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Stoppt die B271 West (neu) – Rettet unsere Natur! (Video)

Umgeben von Jahrhundert alten Weinlagen liegt eines der ältesten und schönsten Naturschutzgebiete der Pfalz. Das Felsenberg-Berntal Naturschutzgebiet gehört zum UNESCO Biosphärenreservat Pfälzer Wald und bietet zahlreichen Vogel- und Tierarten Schutz und Nahrung zur Fortpflanzung. Es beherbergt seltene Vogelarten wie zum Beispiel den Wiedehopf, den Steinkautz, den Wendehals, den Ziegenmelker, die Zaunammer, den Steinschmetzer und die Heidelerche. Auch zahlreichen Tierarten, Insekten und Eidechsen bietet das Naturschutzgebiet ein zu Hause. Vom einst zuständigen Jäger wurden sogar schon mehrfach Wildkatzen gesichtet.
Aufgrund seiner geologischen Besonderheit gedeihen im Naturschutzgebiet sehr seltene Flechten, Moose, Pflanzenarten wie der blaugrüne Faserschirm, seltene Federgräser, verschiedene Arten von Wildorchideen und der Felsengoldstern, ein besonders schutzwürdiges Liliengewächs.
Erwähnenswert sind neben einer Vielzahl von Laubbäumen auch die Hochstamm-Obstbäume, bei denen es sich um alte, im Bestand bedrohte Regionalsorten handelt.
1998 wurde durch den Ortshistoriker Herrn Eric Hass die rund fünf Millionen alte Karsthöhle im Naturschutzgebiet wiederentdeckt und erforscht, nachdem der Eingang in den 60er Jahren zugeschüttet wurde, um spielende Kinder zu schützen. 2012 wurde die Karsthöhle samt ihrer direkten Umgebung mit einer Fläche von 2914 m² als Naturdenkmal ausgewiesen. Neben den zwei Höhlenkammern, die bisher noch nicht vollständig erforscht wurden, vermuten Geologen ein ganzes „Höhlensystem“. Anlass hierfür bietet eine geomagnetische Prospektion, welche zusammen mit einem Geophysiker 2006 durchgeführt wurde. Die Höhle war auch schon den Römern bekannt, darauf deuten römische Fundstücke, die in und um die Höhle gefunden wurden, hin. Auch ein jungsteinzeitlicher Knochenpfriem wurde in der Höhle gefunden und einige Feuersteinartefakte aus der jüngeren Altsteinzeit (ca. 15000-20000 v.Chr.) fand man in unmittelbarer Umgebung der Karsthöhle. Aus Sicherheitsgründen und um weitere mögliche Funde zu schützen, ist der Höhleneingang verschlossen und darf nur mit Genehmigung der zuständigen Behörde, der Kreisverwaltung von Bad Dürkheim, betreten und weiter erforscht werden.
Die Karsthöhle beherbergt auch sehr seltene Höhlentiere wie die weiße Höhlenassel, welche sich 2008 als Erstfund in der Pfalz herausstellte und deutschlandweit damals erst in neun Höhlen festgestellt wurde. Noch seltener ist der bisher bundesweit einzigartige Fund eines kleinen Krebstierchens, dem Doppelschwanz, der 2009 identifiziert wurde.
Das Felsenberg-Berntal Naturschutzgebiet ist ein Ausläufer des vorderen Haardtgebirges. Westlich der deutschen Weinstraße zwischen Kallstadt und Herxheim am Berg erstreckt es sich auf rund 300 Hektar über 1,2 km innerhalb des Oberrheingrabens in Richtung Haardt. Östlich der Weinstraße befindet sich ein ehemaliger Bachlauf (Schlittgraben), der Ausläufer des Berntals und Flugbahn der zahlreichen Vögel ins Vogelschutzgebiet, welches seit 2005 in das über 100jährige Naturschutzgebiet „Felsenberg-Berntal“ integriert ist.
Ausgerechnet an dieser Stelle soll die über 220 Meter lange und 13m hohe Pfeilerbücke der neu geplanten B 271 West geführt werden, auf den höchsten Punkt (212 Meter ü. NN) an der deutschen Weinstraße. Von dort aus verläuft die Planung der Bundesstraße dann wieder abfallend, westlich von Herxheim am Berg in Richtung Grünstadt .
Dieser Höhenunterschied und der längere Straßenverlauf der B271 West, im Vergleich zu der vom Verein Pro-Ost vorgeschlagenen Osttrasse, deren höchster Punkt lediglich bei 164 Meter ü. NN liegt, verursachen konservativ berechnet einen zusätzlichen Ausstoß von folgenden Schadstoffen pro Jahr:

  • 13,87 to CO
  • 10,12 to HC+Nox
  • 0,34 to Partikel
  • 1642,50 to CO2

Noch schwerwiegender ist jedoch, dass die Flugbahnen der Vögel in das Berntal durch den mächtigen Brückenbau und insbesondere durch den Schwerlastverkehr entstehenden Lärm nachhaltig geschädigt wird. Desweiteren wird der zum Vogelschutz- und FFH (Fauna- und Flora Habitat) Gebiet gehörende Schlittgraben, mit dem darin bestehenden Vogelbrutgebiet östlich der Weinstraße durch die kreuzungsfreie Brückenauffahrt massiv geschädigt und überbaut. Es kann mit großer Sicherheit davon ausgegangen werden, dass sich deswegen zukünftig die Population der seltenen Vögel im Natur- und Vogelschutzgebiet Felsenberg-Berntal massiv reduzieren oder sogar ganz verschwinden wird. Auch die Karsthöhle ist durch den geplanten Bau der B 271 West sicherlich einsturzgefährdet, da die Bundesstraße nur wenige Meter hinter der brüchigen Kalkhöhle und dem noch nicht vollständig erforschtem Höhlensystem verlaufen soll.
Die geplante Trassenführung führt auch zu einem massiven Landschaftsverbrauch, Schäden im Weinbau, reduziert die Lebensqualität und gefährdet die touristische Attraktivität in der Region massiv. Sie missachtet zudem die demokratischen Beschlüsse der betroffenen Ortsgemeinden Kallstadt und Herxheim am Berg gegen die Westvariante der B271 und gefährdet die Existenz von Winzerfamilien. Nur durch einen nachhaltigen Umgang mit der Natur ist diese Region auch für Erholungsuchende, Vogelkundler und Pflanzenliebhaber dauerhaft überlebensfähig!
Es gibt eine bessere, kostengünstigere und umweltverträglichere Alternative, welche östlich der historischen Weinstraße und trassengebündelt mit einer bestehenden Bahnlinie verläuft.
Da es für die Gemeinden Kallstadt und Herxheim am Berg mit nicht einmal 2000 Einwohnern schwer ist, politisches Gehör zu finden wendet sich dieser Beitrag und dieses Video an die gesamte Region mit der dringenden Bitte um Unterstützung. In diesem Zusammenhang möchten wir auch noch einmal auf unsere Online-Petition aufmerksam machen, die unter folgendem Link zu finden ist: https://www.change.org/p/rettet-den-haardtrand-und-das-bios…
Auch das teilen und „liken“ dieses Beitrags hilft, die breite Öffentlichkeit über die, unserer Meinung nach, größte bevorstehende Bausünde an der deutschen Weinstraße zu informieren.
Wir freuen uns auch über jedes neue Pro-Ost e.V. Mitglied oder über Spenden!
Das Aufnahmeformular finden Sie unter folgendem Link:

https://pro-ost.forumhome.com/wp-content/uploads/2018/08/AufnahmeantragEuIBAN.pdf

Die Mitgliedsgebühr sowie Spenden können steuerlich geltend gemacht werden, da PRO-Ost e.V. ein anerkannter gemeinnütziger Verein ist.

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